Bionicle - Geschichte und Hintergründe

  • Bionicle - kurze Geschichte dieser für TLC sehr erfolgreichen Reihe.

    "In der Wüste von Bara Magna sind Wasser und Nahrungsmittel knapp. Um einen Krieg um das wenige Hab und Gut zu vermeiden, klären die Agori-Dorfbewohner ihre Streitigkeiten mithilfe der Glatorianer – mächtige Krieger, die für Ruhm und Ehre kämpfen. Aller Bewohner der Wüste Bara Magna gehören einem der sechs Stämme Eis, Dschungel, Feuer, Stein, Erde oder Wasser an."

    Was sich so gruselig anhört und manchen AFOL sich vor Widerwillen schütteln lässt, war für eine ganze Generation von Kindern eine Art Evangelium. Denn als 2001 eine neue Produktreihe von LEGO auf den Markt kam, war diese so zum Anderswerden anders, dass erst im Laufe der Jahre klar wurde, welche Veränderungen diese kuschelfernen Monster sowohl für die zahlenden Kunden als auch für TLC tatsächlich mit sich gebracht hatten.

    Bionicle war ein Riesenerfolg!

    Wir erinnern uns: Ende der Neunziger Jahre war TLC zu einer Art Spielzeug-Behörde geworden. Man wusste, was die Kinderwelt wollte, und ließ sich nicht dreinreden. Um neue Produkte auf den Markt zu bringen, brauchte man schon mal drei Jahre Zeit. Die einzelnen hierarchisch organisierten Abteilungen in Billund arbeiteten nebeneinander her, und welches Set tatsächlich Geld abwarf und Gewinne einbrachte - das wusste man einfach nicht. Man war widerstrebend die Kooperation mit der Firma Lucasfilm eingegangen und verdiente sagenhaft gut an den Lizenzsets der Linie Star Wars - aber das meiste kassierte George Lucas, der Schöpfer der Sage.

    Bionicle war der einzige Gewinnbringer!

    Als Anfang des Jahrtausends die Firma in eine Krise geriet, war es an der Zeit, endlich einmal danach zu schauen: Womit verdienen wir eigentlich etwas? Und das war die Bionicle-Reihe! Sie trug zu 25 Prozent zum Umsatz bei und erzielte 100 Prozent des Gewinns. Das macht die Reihe bei AFOL zwar bis heute nicht beliebt, weil sie zahlreiche Teile mit sich brachte, für die ein Erwachsener wenig bis gar keine Verwendung hat, von Ausnahmen natürlich abgesehen. Aber mehr als alles andere macht Bionicle klar, dass es sich bei L um Spielzeug handelt - und das die Interessen Erwachsener für TLC eher eine untergeordnete Rolle spielen - um es mal höflich auszudrücken.

    Bionicle war neu, neuer gings nicht.

    Was war neu, als Bionicle (Kunstwort aus "biological" und "chronical") nach der Überwindung erheblicher interner Widerstände auf den Markt kam? Nun, diese Serie gab es z.B. an Tankstellen zu kaufen und eben nicht nur beim kleinen Spielzeugladen in der Innenstadt. Und die eigens ausgedachte Hintergrundstory, aus der oben zitiert wurde, erstreckte sich über insgesamt neun Jahre und hielt die Kinder bei (Kauf-)Laune. Die ganze Geschichte füllt 46 (!) Bände, und ohne diese Geschichte im Kopf konnte man nicht richtig mit den Bionicles spielen!

    Bionicle war die LEGO-eigene Star Wars-Saga – ohne Lizenzkosten

    Die Preise für die Sets waren so kalkuliert, dass die Kinder nur drei Monate ihr (durchschnittliches) Taschengeld würden sparen müssen, um sich ein neues Set kaufen zu können. Und diese Sets kamen alle halbe Jahre jeweils im Januar und im August auf den Markt, und zwar in einer Art Dose. Insgesamt brachte es Bionicle in den neun Jahren seiner Herstellung auf nicht weniger als 18 (!) neue Produkte! Und nicht nur das: Nun war es TLC, die die Lizenzen vergeben konnte: Rucksäcke, Bettwäsche, Bleistifte – alles, was das coole Logo tragen durfte, machte seinen kleinen Besitzer gleich mit cool.


    Bionicle brachte das Kugelgelenk


    Anders als andere Action-Figuren, die es oftmals nur für eine Saison zu kaufen gab, verfügten die mit so klangvollen Namen versehenen Gestalten über ein Kugelgelenk, dass es so bisher nicht bei L gegeben hatte. Und die Jungs mussten die Figur zusammenbauen – auch das konnte die gnadenlos harte Konkurrenz nicht bieten. Insofern blieb Bionicle trotz aller Andersartigkeit ganz typisch LEGO.


    Die Teile sind heute extrem günstig zu erhalten, schließlich wurden weltweit nicht weniger als 190 Millionen Exemplare abgesetzt: Lewa, Kopaka, Tahu, Photau und wie sie alle hießen. Denken wir nicht schlecht von ihnen. Ohne diese würde es TLC so, wie wir es heute kennen und – sagen wir: schätzen – nicht geben. Ihre noch immer zahlreichen Freunde treffen sich zum Beipiel bei Toa of Wiki. Erschöpfende, aber nicht immer zuverlässige Auskunft gibt der deutschsprachige Wiki . Besser bedient wird man bei "Der Chronist - Das deutsche BIONICLE Netzwerk".


    Zypper

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