Rotation 5 - Dokumentation eines gescheiterten Projekts

    • Offizieller Beitrag

    Guten Tag zusammen,


    ich spoilere am besten gleich, dass es mit diesem MOC ausnahmsweise mal nicht gut ausgeht ...


    Was nicht heißen soll, dass es nicht etwa gut anfängt. Mit einer Rundung mit 74 Speichenansätzen fängt es immer gut an:


    Obwohl es mich gereizt hat, auch die Tonne höher zu bauen, sollte es in die Fläche gehen...



    Hübsch, nicht, diese Farben? Und die dynamische Anordnung der Teile mit den Clips? Das rotiert schon beim Zusehen ...



    Erfahrene "Rotations-Begleiter" wissen aber (so gut wie ich), dass es bei Projekten dieser Art auf eines wirklich ankommt: Auf die konfliktfreie Schließung des äußeren Ringes.

    Da musste ich wirklich lange probieren, bis ich die korrekte Länge der Speichen heraushatte. Eine technische Kopie bereits vorhandener Rotationen kam ja nicht in Frage, weil dieses Projekt ja unbedingt die SNOT-Technik bemühen musste... Und Clipteile. Und Antennen-Teile ...



    Beim vielen Hin und Her kanns vorkommen, dass es auch mal scheppert ... Sieht schlimm aus, gell?



    Ist aber fast so schnell repariert, wie der Crash entstanden ist. Der äußere Ring scheint sich zu schließen!



    Aber man sollte den Tag nicht vor der letzten Verbindung loben. Zwischen alle Speichen passt ein 1x2 modified Plate (mit Clip) - nur bei der letzten Verbindung nicht. Sieht nach 1x3 aus, oder?



    Überall 1x2, - und nur an einer Stelle 1x3? Da geht die schöne Symmetrie Kapeister ...



    Eine bei diesem Projekt ziemlich oft wiederholte Geste der Verzweiflung ...



    Also alles wieder "ab" ... (zum wiederholten Male ...)



    und die Sache nochmal gründlich analysiert.

    Was fehlt?

    Die 75.Speiche.

    Hätte ich das wissen können?

    Aber ja!



    Hier ist der 75. Speichenansatz glücklich ins innere Rund gefriemelt. Doch was bedeutet das für die abwechselnd gestalteten Speichen? Das hübsche schwarz-rot-schwarz-rot kann ich mir von der Backe wischen ...



    Aber immerhin war das die Lösung. Nun schließt sich der äußere Kreis tatsächlich problemlos. Ich kann an die Ausgestaltung der Speichen gehen.



    Das geht dann auch vergleichsweise zügig voran, und rechts sieht man das vorläufige amtliche Endergebnis.

    Liegend sieht es einfach toll aus. Was aber kann das Ding? Kann es zB angehoben und an eine Wand gehängt werden?



    Natürlich nicht. Ein erster Hebeversuch scheitert grandios. Die Speichen müssen von unten verstärkt werden. Da ein Drehen des Objektes "auf den Rücken" diesmal nicht möglich ist, bleibt nur ...



    Alles "ab"! Und dann erst wenden.



    Und anschließend geduldig alle 75 Speichen verstärken und wieder dranbauen.



    Wenigstens schaut's von unten toll aus. Noch ist das Ding aber nicht fertig ...



    So werden also die verstärkten Speichen an den inneren Ring gebaut, dann wird der innere Ring mit den losen Speichen wieder richtigherum gedreht - schließlich kommt der äußere Ring dazu ... und nun müssen nur noch der innere mit dem äußeren Ring "Hochzeit" feiern.


    Was meint ihr: geht das gut? Wird das hinkommen? Wird das halten? Werden wir das Ding im nächsten Bild an der Wand hängen sehen?


    Bleibt dran, Fortsetzung folgt in Kürze!


    Grüßle

    Zypper

  • Das geht gut. Das hält. 💪 Auf dem Bild mit dir wird mir erst bewusst, wie groß das Werk ist. Klasse.

    Lange Tage und angenehme Nächte.

    • Offizieller Beitrag

    Liebe Leute,


    hach, euer Vertrauen tut mir gut, aber...


    Wie im Titel angedeutet, scheitert das Projekt. Und ich kann euch auch ziemlich genau sagen, woran.


    Als ich nämlich Stück für Stück den äußeren Ring an die Speichen heftete, geschah dies:


    Gesehen, was nicht stimmt? Hier noch mal mit Kringeln:



    Da! An diesen paar Stellen gibt es eine Lücke, die mir vorher nicht aufgefallen ist, weil der "Rauminhalt" dieser Lücke sich ziemlich gleichmäßig auf die 75 Speichen verteilt hatte. Das meint: von den 75 Speichen war keine richtig festgedrückt. Drückt man, wie bei dieser Restauration, 70 feste zusammen, summiert sich die Lücke eben so, dass es bei diesen fünfen nicht passt.


    Das Phänomen ist bekannt, auch bei Rotation 2 kam es vor.

    Aber!

    Wie hier leicht zu erkennen ist, bestehen die Speichen dieses Objektes aus massiv - fast hätt ich gesagt: gemauerten Verbindungen. Diese sind vergleichsweise belastbar: Ist alles miteinander gut verbunden, hebt sich der äußere Ring um ein Weniges - und hält! Steht unter Spannung - und kann an der Wand hängen.


    Die Speichen von Rotation 5 aber - ihr seht es: sind alles andere als "steif". Selbst wenn ich jetzt außen noch eine Runde Rundeiner spendieren würde, um die Lücke mehr als auszugleichen, müsste nun der Effekt des Anhebens des äußeren Ringes folgen. Das wird aber nicht geschehen, denn die Verbindungen - drei Clip-Kombinationen auf Kante gebaut! - das heißt: Die Spannungskräfte konzentrieren sich auf den Rand der Verbindung und werden eben nicht zentral an den inneren Ring weitergegeben.


    Es ist auch nicht so wie bei Rotation 3, wo die Speichen schließlich so schwer wurden, dass sich der ganze Bau insgesamt (zu meiner Überraschung!) flach abgesenkt hat. Denn auch R 3 verfügt über sehr steife Speichen (was von den 2 1x6 und der 1 1x4-Platten kommt).


    Aber Rotation 5 - der Patient, wie man inzwischen sagen muss - ist verwegenerweise in SNOT-Technik gebaut. Das sieht toll aus - und es hält nicht!


    Es folgt eine Sequenz ohne Worte:




    Doch halt! Gibt es wirklich keine andere Lösung als einen Anfall blinder Zerstörungswut?

    Es ist nicht so, dass ichs nicht versucht hätte. Hier ein Beispiel, das Baby doch noch zu retten:



    Und wenn man unter die Speichen 2x16er-Verstärkungen beppt? Dann ist der Effekt der "Rotation im Stillstand" hee ...


    Und ich habe keine 75 mehr davon!!



    Und hier ist nochmal zu sehen, was geschieht, wenn man auf die Speichen Druck über den äußeren Ring nach innen geben will: Es reicht, wenn sich das Ganze an nur einer Stelle so auffaltet.


    Daher.

    So schwer es mir fiel ... (immerhin waren bereits knapp 8000 Teile verbaut. Acht! Tausend! Rotation 3 hat läppische 6.000 ...)

    Ich musste das Projekt in dieser Form aufgeben. Es folgte die Rettung des inneren Ringes und damit der Beginn eines neuen Projektes. Aus "Rotation" wurde eine neue "Ton of Time".


    Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.


    Danke für die mitfiebernde Aufmerksamkeit!

    Frohen Gruß

    • Offizieller Beitrag

    Schade, aber manchmal...

    Vielleicht hätten kleine Technikstangen die Ringe verbinden können. Aber das leicht versetzte wäre natürlich geblieben. Würde so eine Stange aber auch aufnehmen 🤔

  • Sehr schade. Ich bin mir aber sicher, du wirst aus dem inneren Ring etwas anderes sehr Beeindruckendes kreieren können.

    Lange Tage und angenehme Nächte.

  • Da gibt es doch bestimmt eine Lösung, mal Hinge oder Plate Modified Tow Ball experimentieren, da sollten sich die kleinen Abweichungen/Spannungen ausgleichen lassen, damit es nicht mehr auseinanderfliegt


    Sieht wie immer klasse aus und ich würde auch gern mal sowas bauen, aber meine Teilevorratskisten geben das nicht her. Bei mir wäre die Symmetrie von Anfang an gebrochen und es würde nicht nur an einer 1x3 Plate liegen.