Das "Int-Europe" Bürogebäude

  • Guten Tag zusammen,


    nachdem ich mit der Vollendung der beiden Sahlhäuser 1 und 2 in meinem CC-Projekt an den Längsseiten gut vorangekommen war, verfügte ich mit dem Atelier im Bauhaus-Stil nach wie über nur ein Eckhaus. Vier sind aber nötig, um ein kleines Quarree vollzubekommen. Was lag da näher, als das Thema "Grau" wieder aufzunehmen und eine weitere Ecke in dieser Farbe zu konzipieren?


    Im Lastenheft stand außerdem, dass die beiden grauen Auslegerteile auf 2x2-Basis und einem 3x3-Plattenfortsatz oben zum Einsatz kommen sollten. Kann mir jemand die BL-Nummer sagen? Im Element selber geht's mit "26" los, der Rest ist aber überklebt.



    Der Entwurf enthüllt selbst dem weniger erfahrenen MOCCer, dass hier jede Menge Probleme zu lösen wären, wenn man über Treppen erreichbare und begehbare Zwischenebenem erhalten will. Ich darf versichern, dass ich da einiges ausprobiert und meine Kompromissbereitschaft ausgereizt habe. Im Ergebnis blieb der Entwurf in dieser Form ungebaut; es blieben halbangefangene Fragmente übrig: Zum Einen die beiden im Grunde sagenhaften Kran-Elemente, zum Anderen der ellipsenförmige Gegenstand (oder wie sagen die Mathematiker unter euch zu dieser Figur?), der übrigens auch in den Bildern des SWR-Beitrages kurz vorkommt, als er eine farbenfroh improvisierte "Ergänzung" erhält. (Der Redakteur wollte, dass ich irgendwas baue ...)


    Na ja, und dann waren da noch übrig die ersten sieben Lagen eines völlig gewöhnlichen CC-Haus-Grundrisses. Der wurde zum Ausgangspunkt des weiteren Baugeschehens. Das überspringe ich an dieser Stelle aber, weil der Bau selber rein technisch völlig anspruchslos und zudem jede Etage fast bis auf den Stein genau ein Abbild der Nachbaretagen ist. Kommen wir daher gleich zum Ergebnis:



    Da steht sozusagen der Rohbau. Er dient der Beantwortung der Fragen:


    - Hat das Material gereicht? Ja, etwas hakelig war es bei den grauen Platten, da musste ich etwas improvisieren.

    - Stimmen die Proportionen? Nun, in einen 30 cm hohen Karton passt das Haus zwar nicht, aber das Problem kriege ich schon noch gelöst.

    - Welche Details können noch untergebracht werden?


    Mit diesen Fragen geht der Bau in seinen Honeymoon sozusagen. Es schlägt die Stunde des Verfeinerns und Verbesserns. Ich sag ja nicht: "desVerschönerns", weil damit Geschmackssaiten angestrichen würden, die nicht bei jedem Menschen gleich gestimmt sind ...


    Hierzu muss ich zugeben, dass die quietschbunten Säulchen auch schon eine Aufhübschung darstellen, davor war der Bau nämlich komplett grau. Auch nicht schlecht, auch nicht reizlos ... aber wenn MEHR geht? Warum dann nicht MEHR versuchen?



    Das Wichtigste ist sofort erkennbar: Die angedeuteten Sitzgelegenheiten vor den Erdgeschossfenstern, der Eingangsbereich mit dem Briefkasten, das "Firmenschild" (einer Fundsache in einer bunten Spendenkiste ...), der Einsatz der Riffelsteine, der Einbau einer Lüftungsanlage und der Einsatz der wertvollen kleinen grauen Fenster im Treppenhaus in einer Höhe, die nicht in Konflikt geraten wird mit der durchweg weniger hohen Nachbarbebauung.



    Voilá!


    Ich habe zu erwähnen vergessen, dass zur Zierde der Fassade auch einige der grauen eigenlich Signalmasten aus der Vorzeit des Eisenbahnwesens bei LEGO zum Einsatz kommen. Diese sind so empfindlich, wie sie aussehen; einer ist mir tatsächlich angebrochen, als ich zu ungeschickt mit den locker arrangierbaren Etagen hantierte...



    Hier die "Hofansicht". Ich begrüße es, wenn die vergilbten grauen Steine dem Auge was zu tun geben. Ist nicht jedermanns Vorliebe, ich weiß. Aber warum nicht aus der Not der angebräunten Steine eine Tugend in Form eines bewussten Einsatzes machen?



    Die Anordnung der bunten 1x1-Steine teilt keinen auch noch so geheimen Code mit. Es sei denn, jemand findet einen?

    Bei der Dachetage weiß ich noch nicht, ob ich zum Abschluss der Ecke noch einen Knaller draufsetze. Ob überhaupt natürlich ...



    Zum Schluss noch ein paar Bilder vom unspektakulären Innenleben.

    In der Dachetage, dem "Loft" sozusagen, geht es noch ein wenig enger zu als in den Zwischengeschossen.

    Eine Leuchtstoffröhren-Deckenbeleuchtung ist angedeutet.

    Die obersten Treppenstufen brechen bei jedem Abheben und Aufsetzen der Etagen immer wieder ab.


    Und warum das Gebäude leersteht? Nun, die Firma "Int-Europe" (Element 3008pb036 übrigens), die offenbar der Bewirtschaftung von Personenzügen oblag, verschwand bald nach ihrer Gründung im Jahre 1969 wieder aus dem LEGO-Transport-Universum und hinterließ dieses inzwischen denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude in bester Innenstadtlage. Trotz Bemühungen hat sich in den letzten 52 Jahren leider kein solventer Nachmieter gefunden. Der Verkehrs- und Heimatverein unter dem Ehrenvorsitz der vier Ingenieure kümmert sich drum, dass das Haus in Schuss bleibt ...


    Mit herzlichem Dank für die Aufmerksamkeit und frohem Gruß

    Zypper

  • Also ich fänd ja Zypper City mega interessant. Du solltest unter die Städtebauer gehen.

    Liebe Grüße

    Tahispa


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  • Nein. Der Radius ist vergleichsweise groß. Das macht nix.

    Grüßle Zypper